Cholera-Epidemie in Haiti
21.06.2011 in Uncategorized von JuS-Team
Cholera, der so genannte Gallenbrechdurchfall, ist eine schwere, bakterielle Infektionskrankheit. Er tritt vorwiegend im Dünndarm auf. Verursacht wird er meistens von unreinem Trinkwasser oder infizierter Nahrung. Die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist möglich, kommt jedoch äußerst selten vor. Man bekommt extremen (reiswasserartigen) Durchfall und starkes Erbrechen, dies kann zu Elektolytverlust (Mineralstoffverlust) führen. Man kann in Kürze daran sterben, wenn man nicht rechtzeitig behandelt wird.
Mitte Oktober wird in Haiti der Ausbruch einer Cholera-Epidemie festgestellt. Die Lage ist dramatisch, denn immer mehr Haitianer infizieren sich an der schrecklichen Krankheit.
Die Leute, die ohnehin schon verarmt sind, liegen verschmutzt an der Straße und betteln. Durch solche Krankheiten wird dies nur schlimmer: Die leidenden Bewohner Haitis haben nicht nur Angst davor, an Hunger zu sterben, sondern auch an einer solch grausamen Krankheit. Bereits tausende Haitianer mussten im Krankenhaus behandelt werden und mindestens 3500 sind bereits an der Krankheit gestorben. Und das Schlimmste daran ist, dass es immer weiter geht.
Quelle der Cholera in Haiti ist angeblich der Fluss „Arbonite“, dessen Wasser sehr vielen Haitianern als Wasch- und Kochwasser dient. Dort werden auch die meisten Cholera-Fälle festgestellt.
Wäre die Epidemie in der Hauptstadt Port- au- Prince ausgebrochen, hätte es zwar mehr Fälle gegeben, jedoch weniger Tode, weil es sich da, wo die Epidemie ausgebrochen ist, um eine abgelegene Zone handelt und es dort weniger Gesundheitsdienste gibt, so der Cholera-Experte in Haiti, Jean William Pape (62). Es muss für 9 Millionen Haitianer sauberes Trinkwasser beschafft werden. Außerdem betont er, dass die Haitianer ihre Gewohnheiten ändern müssten, damit die Keime die Menschen nicht mehr infizieren können.
Schon am Anfang der Bekanntgabe, dass Cholera in Haiti grassiert, haben die Bürger Angst gehabt, dass die Krankheit nach Port-au- Prince vordringt, wo tausende Einwohner noch in Zelten oder Notunterkünften leben müssen, wegen der dramatischen Auswirkungen des Erdbebens am 12. Januar 2010, durch das viele Bürger obdachlos wurden.
Dann kommt es genauso, es sind zwar am Anfang erst wenige Fälle, doch dann gibt es die ersten zwei Toten. Es ist zu Beginn noch nicht hundertprozentig klar, ob diese beiden Menschen an Cholera starben, doch man hatte die naheliegende Vermutung.
Die Überschwemmung durch den Fluss „Arbonite“ und der Hurrikan „Tomas“ machen die Lage noch schlimmer.
Es gibt unzählige Hilfsorganisationen, oder einzelne Leute, die den betroffenen Menschen zu helfen versuchen, doch trotz der Mühe einiger Menschen geschehen immer noch Katastrophen. Gerade in diesen armen Ländern gibt es Erdbeben, Hurrikans, Überschwemmungen, oder sogar Tsunamis. Diese verschlechtern die Lage, auch die finanzielle, sehr. Auch mangelt es an Ärzten, oder aber die Bürger können Ärzte nicht bezahlen. Sie müssen ohnehin auf sämtliche, für uns selbstverständliche Einrichtungen verzichten. Sie haben weder Strom, noch Dusche oder WC.
Ein weiterer Nachteil ist, dass es zwar bereits viele Cholera- Epidemien gegeben hat, vorwiegend im 19. Jahrhundert, doch die Krankheit ist nie zuvor nach Haiti vorgedrungen. So weisen die Haitianer nicht die Geringste Immunität gegenüber Cholera auf.
Wie es nun weitergeht ist noch nicht klar, jedoch gibt die Regierung ihr Bestes, das Wissen über die aktuelle Situation zu verbessern und detaillierte Aussagen dazu zu treffen.
Quellen: http://de.wikipedia.org; http://www.spiegel.de; http://www.taz.de
Rheingau-Schule | Julianne Luca Kind | Klasse 8e

