Das Entstehen einer neuen Sprache – Die Jugendsprache
20.06.2011 in Uncategorized von JuS-Team
Die Jugendsprache unterscheidet sich von jeder Hochsprache und entwickelt sich von Generation zu Generation immer neu. Jugendliche verwenden beim Sprechen bestimmte Wörter und Ausdrücke, um sich untereinander und speziell in ihren Gruppen zu verständigen. So wird die Zugehörigkeit zur jeweiligen Gruppe demonstriert. Kommen einem Erwachsenen Sätze wie „Lass uns zum Asitoaster“ oder „Der Gong zum Break“ zu Ohren, dann fragt er sich sicherlich, ob es sich um eine neu entwickelte Sprache handelt. Das ist die Sprache unserer Jugendlichen, die Jugendsprache. Trotz deutscher Vokabeln fällt das Verstehen dieser Sätze vor allem Erwachsenen sehr schwer. Die Kommunikation zwischen Jugendlichen und Erwachsenen kann dadurch schwierig werden.
PONS und Langenscheidt, die wohl bekanntesten Wörterbücher, wollen das verhindern. Das von den Autoren entworfene „Lexikon der Jugendsprache“ ist längst auf dem Markt erhältlich und soll bei der Verständigung zwischen Teenagern und Erwachsenen helfen.
Die Jugendsprache hat unterschiedliche Merkmale, wie zum Beispiel kurze, unvollständige Sätze („Jetzt reicht’s“). Oftmals werden auch fremde eingedeutschte Wörter benutzt („cool“ oder „phonen“), was zu einer Wortneubildung führt. Es entstehen neue zusammengesetzte Wörter mit einem völlig neuen Sinn „durchhängen“, „ätzend“ oder auch „gebacken“, ein Wort mit mehreren Bedeutungen. Die Jugendlichen verwenden dieses Wort, um anderen zu signalisieren, dass sie etwas verstanden haben. Diese Wortneubedeutung lässt den Bäcker sicherlich nicht kalt. Auch Wörter werden gekürzt und nicht vollständig ausgesprochen (hängen wird zu häng‘). Der Gebrauch von Metaphern und Ausdrücken wird immer populärer und lässt den Teenager viel „cooler“ wirken, wie zum Beispiel „Schwing die Hufe“.
Ebenso ist die neue SMS-Sprache eine Entwicklung dieser Generation von Jugendlichen. Der Gebrauch von LOL (laugh out loud), OMG (oh my god), TMI (too much information) und vor allem Symbole wie Herzen und Smileys erleichtern einem das Schreiben. Das kann allerdings zu einer negativen Entwicklung des Sprachgebrauchs führen.
Eine weitere entwickelte Sprache ist die Gruppensprache. Sie ist eine andere Art der Verständigung von Jugendlichen. Hier sprechen Cliquen in ihrer eigenen Sprache. Ein Computerfreak verwendet beispielsweise die Wörter USB, LAN-Party, Firewall und wiederum ein Skater würde Wheel, Slide oder Backslideflip für seine Verständigung benutzen.
Zu guter Letzt ist Denglish wohl der bekannteste Dialekt der Umgangssprachen. Der Begriff Denglish setzt sich aus dem Deutschen und aus dem Englischen zusammen. Englische und deutsche Ausdrücke bzw. Wörter werden hier zusammengesetzt und es entstehen Wörter wie „lasern“, „chillen“, „surfen“ und „dopen“, um nur einige zu nennen.
Laut Statistik gibt es jede zweite Woche eine Sprache weniger. Das Einführen bestimmter Umgangssprachen bzw. Dialekte lässt dieses Absterben zu. Dadurch können Traditionen vernichtet werden. Die lokalen Minderheitssprachen werden von Hochsprachen (Arabisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Spanisch, Russisch) ins Nichts gedrängt.
Es gibt ca. 6500 Sprachen auf der Erde und vermutlich wird kaum die Hälfte, die derzeit auf diesem Planeten gesprochen wird, das Jahrhundert überleben.
Für die Nachwelt versucht man jedoch mit Tonaufzeichnungen und Verschriftungen die Sprachen zu bewahren.
OSZ-Körperpflege | Anatoli Demertzidou | Klasse FOS 02

