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Gemischte Gefühle im Prenzlauer Berg

20.06.2011 in Uncategorized von JuS-Team



Wie die Schulreform bei den Mädchen ankommt: Erfahrungsbericht und Interview)


Der Übergang in die weiterführende Schule im Sommer 2011 der Jahrgänge 1998/99 empfinden Lehrer wie Eltern wie Schüler als stressig und verunsichernd. Unsere drei Interviewerinnen Emma (2,0), Maria (1,7) und Josefa (2,0) (Namen von der Red. geändert) sind persönlich von der großen Berliner Bildungsreform betroffen. Ob diese Zeit nur für sie schwierig ist und wie es andere Gleichaltrige empfinden, das versuchen sie im Interview herauszufinden.
In Berlin gibt es ab Herbst 2011 keine Hauptschulen oder Realschulen mehr. Nur noch Gymnasien und Sekundarschulen. Auch kann sich jeder Schüler der Stadt in jedem Bezirk anmelden. Ob er angenommen wird, ist eine ganz andere Frage. Manche Gymnasien haben sogar extra Aufnahmetests eingeführt, der Druck auf gute Noten ist besonders groß. Oft hören die Schüler: „Streng dich an, sonst schaffst Du es nicht auf das Gymnasium.“ Das ist es, was die Schüler in dem ganzen Durcheinander verstehen: die Besten werden am ehesten dort angenommen, wo sie hinmöchten.
Nun ist es entschieden: Emma kommt auf ihre Drittwunschschule, Maria auf ihre Erstwunschschule und Josefa ist ein Sonderfall. Sie bewarb sich mit Volleyball an einer Sportschule und wurde angenommen.
Vor ihrem großen Schulwechsel tauschen sie sich mit Mia über die schwere Zeit der Entscheidung aus. Von Charlotte wollen sie wissen, wie der Schulwechsel gelaufen und wie es auf dem Gymnasium ist:

Mia, Durchschnitt 2,1, Alter 12 Jahre:

Mia, du musstest dich gerade für drei Schulen entscheiden. Wo hast du dich beworben?
An einem Gymnasium, das war mein Erst- und Zweitwunsch. Meine dritte Wahl war eine Sekundarschule, die aber wohl sehr überlaufen sein wird, weil die meisten meiner Mitschüler dahin wollen.

Denkst du, dass du an der Erstwunschschule angenommen wirst? Welche Bedenken hast du?
Ich hoffe es, habe eigentlich auch ein ganz gutes Gefühl. Ich wäre schon sehr traurig, wenn das nicht klappen würde, weil meine beste Freundin auch auf dieses Gymnasium will und meine Mutter ganz schön viel Stress machen würde.

Was war denn für die Wahl deiner Wunschschulen wichtig?
Wie schon gesagt, meine beste Freundin will auch dorthin und ich wohne ganz in der Nähe. Beim Tag der offenen Tür fand ich die Schüler und Lehrer nett.

Hat der besondere Druck auch das Verhältnis zu Deinen Eltern verändert?
Ja, irgendwie schon. Da ich schon Vorstellungen hatte, auf welche Schule ich gehen will. Da habe ich mich schon mehr bemüht und für Klassenarbeiten mehr gelernt. Meine Eltern haben auch mehr darauf geachtet. Ich glaube, dass die ganz schön Angst haben, dass ich nicht im Prenzlauer Berg einen Platz an einer weiterführenden Schule bekommen werde.

Was wollen Deine Eltern tun, wenn du keinen Schulplatz im Prenzlauer Berg bekommst?
Meine Mutter hat sich schon die Adresse eines Anwalts für Schulrecht geben lassen. Sie sagt, dass ich nicht irgendwo zur Schule gehen werde, wir uns das nicht gefallen lassen werden und uns einklagen werden.




Charlotte, Durchschnitt 1,4 an der Grundschule (14 Jahre):

Wurdest du an deiner Erstwunschschule angenommen?
Ja, wurde ich!

Warst Du sehr gestresst in der Zeit des Wartens?
Ich hatte von vielen Jugendlichen, die meine jetzige Schule besuchen, gehört, dass jeder Erstwunsch dort angenommen wurde. Also machte ich mir nicht allzu große Sorgen. Als dann der Bestätigungsbrief kam, freute ich mich natürlich trotzdem.

Warum hast Du Dich für genau diese schule entschieden?
Mein Gymnasium ist sprachorientiert und da mir in der Grundschulzeit Englisch mehr als leicht viel, entschloss ich mich, eine Schule mit mehreren Sprachmöglichkeiten zu wählen.

Triffst du dich noch mit deinen alten Freunden, obwohl sie auf einer anderen Schule sind?
Ich habe zwar noch geringen Kontakt mit ihnen und es gab auch schon ein Klassentreffen, als wir neu auf den Oberschulen waren, aber ich habe kein großes Interesse daran, mich mit ihnen erneut zu treffen. Wir haben uns alle weiterentwickelt – jeder in eine unterschiedliche Richtung.

Bist du zufrieden mit deiner Schule oder hast Du schon mal darüber nachgedacht zu wechseln?
Ich habe öfter darüber nachgedacht, was teilweise an normalen Jugendproblemen, wie z.B.: Streit, lag. Aber ich denke, jeder macht das mal durch und im Endeffekt bleibt man doch an der Schule.

Liebe Mia, liebe Charlotte, wir danken Euch für das Gespräch.

Grundschule am Kollwitzplatz | Lula Funck, Laurencja Klich, Sophie Schilling | Klasse 6b



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