Pro: Abitur doch in 13 Jahren
17.06.2011 in Uncategorized von JuS-Team
Soll das 13. Schuljahr an Berliner Gymnasien wieder eingeführt werden?e
Seit dem Jahr 2010 müssen Gymnasiasten in Berlin ihr Abitur nach nur zwölf Jahren absolvieren. Der Senat unter Leitung von Herrn Zöllner hat den Jugendlichen ein Schuljahr gestrichen.
Das bedeutet, dass die Schüler/-innen den gesamten Lernstoff schneller lernen müssen und demzufolge regelmäßig mehr Hausaufgaben aufbekommen. Für die Betroffenen ist die Entscheidung des Senats nicht nachvollziehbar und ein Stressfaktor, der sich negativ auf die schulischen Leistungen auswirkt. Ungefähr ein Drittel der Jugendlichen an meinem Gymnasium in Berlin-Reinickendorf spielen z.B. mit dem Gedanken, das zwölfte Schuljahr zu wiederholen.
Diese Probleme, die sich aus der verkürzten Schulzeit ergeben, scheint der Senat nicht bedacht zu haben. Für ihn war es viel wichtiger, dass die Schüler/-innen nach nur zwölf Schuljahren schneller Geld verdienen können. Geld bestimmt jetzt anscheinend auch schon die Schulpolitik – ist das überhaupt noch human? Denn was die Jugendlichen dazu sagen, hat den Senat nicht interessiert.
Nicht nur Schüler/-innen, sondern auch Eltern, Verwandte und Bekannte der Betroffenen sprechen sich gegen die Entscheidung des Senats aus. Der Grund: Ihre Kinder sind mit der Situation und dem erhöhten Lerndruck überfordert. Auch Karin Köppen von der CDU- Fraktion in Reinickendorf hat von dem Wirbel um das 13. Schuljahr mitbekommen. Daraufhin hat sie in der BVV einen Antrag gestellt, der beinhaltete, dass das 13. Schuljahr an Reinickendorfer Gymnasien wieder eingeführt werden sollte, wenn Bedarf besteht. Der Antrag befindet sich zurzeit im Schulausschuss und wird von anderen Politikern geprüft. Ich finde es sehr wichtig, dass der Antrag genehmigt wird und die Schüler/-innen die Wahl haben, ihr Abitur entweder nach zwölf oder nach 13 Jahren zu absolvieren.
Die Befürworter der zwölf Schuljahre sprechen oftmals den Lehrermangel in Berlin an. Denn aufgrund der Verkürzung der Schulzeit gäbe es mehr Lehrer. Doch Herr Zöllner hat bekanntgegeben, dass sich in diesem Jahr 2000 mehr Lehrer beworben haben als eingestellt werden können. Insofern ist also eine Verkürzung der Schulzeit an Gymnasien nicht nötig.
Des Weiteren muss man bedenken, dass viele Schüler/-innen noch nicht die Reife besitzen, um ihr Abitur nach 12 Jahren zu machen. Beispielsweise gibt es an meiner Schule Jugendliche, die im dritten Semester 16 Jahre alt sind. Es wäre doch viel besser, wenn diese Schüler/-innen noch ein Jahr mehr zur Verfügung hätten.
Außerdem weiß man mit 17 Jahren oft noch gar nicht, was man oder ob man überhaupt studieren möchte.
Und es ist zwar richtig, dass man nach zwölf Jahren Abitur die Möglichkeit hat, für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Doch darf nicht vergessen werden, dass die Jugendlichen, die ihr Abitur nach 13 Jahren ablegen, in der elften Klasse ebenfalls für ein Jahr ins Ausland gehen können, ohne die elfte Klasse wiederholen zu müssen. Es bietet sich also bei beiden Varianten an, einen Auslandsaufenthalt durchzuführen.
Ein weiterer Grund, weshalb ein Schuljahr gestrichen wurde, ist die angestrebte gemeinsame Schulpolitik in Deutschland. In fast allen Bundesländern machen die Jugendlichen ihr Abitur nach zwölf Jahren. Doch das ist kein Grund, dass das 12. Schuljahr an einigen interessierten Gymnasien in Reinickendorf eingeführt wird, denn in Nordrhein-Westfalen, Thüringen und auch in Schleswig Holstein gibt es so viel Nachfrage, dass das 13 Schuljahr an einigen Schulen wieder eingeführt wurde. Daher wäre es auch für Reinickendorf eine Möglichkeit, den Schülern eine angenehme und humane Schulzeit zu ermöglichen, indem das 13. Gymnasialschuljahr wieder erlaubt würde.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass der Antrag von Frau Köppen Erfolg hat und die Schüler/ innen und Eltern selbst entscheiden können, nach wie vielen Jahren sie ihr Abitur erwerben möchten. Denn nur so ist es den Jugendlichen möglich, ihre Kräfte so einzuteilen, dass am Ende ein guter Abiturdurchschnitt herauskommt.
Ich hoffe, dass Herr Zöllner bei kommenden Entscheidungen, die die Schulpolitik angehen, die Betroffenen mit einbezieht und ihre Meinungen einholt.
Gabriele-von-Bülow-Gymnasium | Lena Schwarzer | Klasse 8b

