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Pro: Abitur doch in 13 Jahren

17.06.2011 in Uncategorized von JuS-Team


Soll das 13. Schuljahr an Berliner Gymnasien wieder eingeführt werden?

Diese zentrale Debattenfrage beschäftigt zu Zeit die deutsche Bildungspolitik. Doch momentan fragt man sich eher: Ist das Ganze nur noch ein politisches Ränkespiel auf Kosten der Schüler Deutschlands? Die Unzufriedenheit über die Verkürzung der Schulzeit ist ein zentrales Thema, und Eltern, Lehrer und Schüler sprechen sich vermehrt gegen ein Turbo-Abitur aus.

Deutsche Austauschschüler berichteten von teilweise schlechtem Unterrichtsniveau in Ländern mit dem G8 vergleichbaren Schulsystemen, und man hörte auch immer wieder, dass deutsche Absolventen im Ausland gern angenommen werden – trotz ihrer meist dreizehnjährigen Bildungszeit bis zum Abitur. Doch haben sich deutsche Bildungspolitiker einreden lassen, deutsche Schüler wären im internationalen Vergleich zu alt.

Durch eine Umfrage des CRF Institute von 2009 ist nachgewiesen, dass auch heute noch der Charakter eines der wichtigsten Einstellungskriterien ist. Und dieser wird größtenteils geformt durch z.B. freizeitliche Aktivitäten. Doch für diese besitzt der Schüler eines G8-Gymnasiums meistens keine Zeit mehr. Denn er sitzt beinahe ganztags in der Schule. In einer Schule, die obendrein oft nicht für einen Ganztagsbetrieb ausgerüstet ist. Man denke nur an den fehlenden Mittagstisch bei Schultagen mit bis zu 10 Unterrichtsstunden und die fehlende Hausaufgabenhilfe. Denn die Hausaufgaben erledigt der G8-Gymnasiast nämlich bis in die späten Abendstunden hinein. Danach hat er vielleicht sogar noch Nachhilfeunterricht, denn er muss alles auf den ersten Anhieb verstehen oder privat nachholen, was die Schule ihm nicht mehr vermitteln kann. Da bleibt keine Zeit mehr für Außerschulisches.

Generell werden Unterrichtsthemen infolge der Verkürzung der Gymnasialzeit nur noch oberflächlich abgearbeitet – trotz Stoffplanänderungen -, denn wer ist denn noch bis in die 10. Stunde voll konzentrationsfähig?

Gleicht der Vorteil des gewonnenen Jahres wirklich die Stressbelastung der jungen Schüler aus? Ist das gewonnene Jahr auf Kosten von Gesundheit, Geldbeutel der Eltern und der Lebensfreude der Kinder zu rechtfertigen?
Und vor allem: Verbessern wir unser internationales Ansehen so wirklich?
Schlagen sich der Stress, die verschlechterte Unterrichtsqualität und die fehlende Zeit, um sich selbst über die eigenen Ziele klar zu werden, nicht eher negativ auf die Ergebnisse der Turbo-Abiturienten nieder?

Ziel der deutschen Bildungspolitiker sollte es doch sein, einen Fortschritt statt eines Rückschritts zu bringen. Der besteht in der Wiedereinführung der dreizehnjährigen Schulzeit bis zum Abitur.

Gabriele-von-Bülow-Gymnasium | Nora Pantke | Klasse 8b



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