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Historisches Folterinstrument im Märkischen Museum

17.06.2011 in Uncategorized von JuS-Team


Unser Buchstabe war das „S“, unser Gegenstand der „Spanische Mantel“. Der Name leitet sich aus der mittelalterlichen spanischen Männertracht ab, die aus einem kurzen, ärmellosen Umhang sowie kurzen Beinkleidern bestand. In Deutschland bezeichnete der Begriff aber ein Folterinstrument.

In der Zeit des 13. Jahrhunderts wurde der „Spanische Mantel“, auch „Schandmantel“ genannt, als ehrverletzendes Folterwerkzeug eingesetzt. Wenn ein Mensch ein bestimmtes Vergehen wie Diebstahl, Prostitution oder unerlaubtes Eindringen auf ein privates Grundstück begangen hatte, wurde er in eine Art altes Holzfass hineingestellt bzw. ihm wurde dieses Holzfass umgelegt, je nach Bauart, so dass der Kopf aus einem kleinen runden Loch oben herausragte. Zum Beschweren wurden teils zusätzliche Gewichte am unteren Rand des Schandmantels befestigt, was dem Verurteilten das Laufen noch zusätzlich erschwerte. Der Missetäter musste mit dem Foltergerät auf öffentlichen Straßen und Plätzen, z.B. dem Marktplatz, umherlaufen und durfte mit diversen Gegenständen wie Obst und Gemüse beworfen sowie beschimpft werden. Meisten lief noch ein Beamter hinter dem Verurteilten her, um auf ihn aufmerksam zu machen.

Die eigentliche Strafe war also nicht der „Spanische Mantel“ selbst, sondern die Anweisung, damit öffentlich herumlaufen zu müssen, denn die Bürger wussten dann Bescheid, dass dieser Mensch im „Mantel“ ein schlimmes Vergehen begangen hatte. Ein brandenburgisches Exemplar des „Spanischen Mantels“ aus dem 17./18. Jahrhundert findet man im Märkischen Museum, Am Köllnischen Park 5, 10179 Berlin.

Gabriele-von-Bülow-Oberschule | Verena Goerke | Klasse 8b



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