BLZ

Ein außergewöhnlich roter Held

14.06.2011 in Uncategorized von JuS-Team


Er läuft, er läuft, er hört nicht mehr auf zu laufen. Wonach sucht er, das wussten nur wenige, doch jetzt sind alle etwas schlauer geworden.

Das gleiche geschah mit den Kinobesuchern des Filmes „Red Dog“, der im Rahmen der 61. Berlinale Generation 14-Plus im Cinemaxx Potsdamer Platz in Berlin gezeigt wurde. In der Broschüre stand, es sei die Geschichte eines Hundes, das war’s auch schon. Aus freien Stücken würden da nicht viele reingehen. Als man mir also sagte, ich würde mir ebenfalls den Film ansehen, war mein erster Gedanke: „Oh nein, nicht schon wieder so ein Amateurhundeliebhaberfilm“.
Während der Vorstellung allerdings musste ich meine Einstellung von Grund aus ändern, denn der Film war ein grandioser Erfolg. Die Hände taten einem weh, so viel Beifall bekam der Regisseur Kriv Stenders am Ende des Films.
Der Film beginnt in den 70 Jahren, die durch gut und zur Zeit passenden Music inszeniert wurde, mit der Ankunft eines Neulings in der kleinen Bergarbeiterstadt Paraburdoo im Nord-Westen von Australien, Tom(Luke Ford), der in einer Bar auftaucht, wo eine Gruppe von Männern sich um einen Hund scharen. Einer von ihnen hat eine Pistole in der Hand. Eigentümlicher Einstieg in einen Film könnte man meinen, wenn man die Geschichte noch nicht kennt. Der besagte Hund ist kein anderer als Red Dog (Koko), der wegen seines roten Felles so genannt wurde, doch dieser Hund scheint am Ende seines Lebens zu sein. Erst später erfahren wir, dass die Abenteuer des Hundes schon Vergangenheit sind.
Alle setzen sich zusammen an einem Tisch und trinken was. Und dann fangen sie an zu erzählen.
„Red Dog war zu ihnen gekommen, erzählte der Barbesitzer(Paul Blackwell), er ist nicht einfach nur ein Hund, er ist unser aller Hund“
Anfangs war das wohl so. Als Vanno (Arthur Angel) einen Zuhörer brächte, war es Red Dog. Bald wurde der Hund mit dem erstaunlich rotem Fell zum Zuhörer von allen Arbeitern. Er war kein Streuner, er hatte aber auch kein Herrschen, keiner konnte ihn zwingen, er kam und ging, wann er wollte: Er war ein Hund für alle. Bis er sich ein Herrschen aussuchte.
John Grant (Josh Lucas), der Busfahrer der Arbeiter, der Mann, der nie länger als ein Jahr an einem Ort lebte, war anfangs nicht gewilligt, einen Hund bei sich aufzunehmen, doch schließlich verband die beiden eine immer währende Freundschaft. Auch als die Beziehung zwischen John und Nancy (Rachael Taylor) etwas ernste wurde, blieb Red Dog eine der wichtigsten Personen im Leben des Busfahrers.
Doch sein Leben nahm ein brutales und plötzliches Ende. John starb bei einem Motorradunfall in der Nacht seiner Verlobung mit Nancy. Was in dem Hund passierte, das weiß keiner so genau, aber er fing an zu laufen.
Er lief und lief immer weiter, wurde am Straßenrand aufgelesen und zur nächsten Stadt mitgenommen. Manche sagten, er sei verrückt geworden, andere meinten, er suche einen ruhigen Ort zum Weiterleben, aber die Arbeiter von Paraburdoo wussten es genauer: Er suchte seinen Herren, er suchte John und seine Reise war lang. Durch seine Reise wird uns das Ausmaß an Naturschätzen in Australien bewusst. Red Dog läuft, und wir laufen mit durch ein Panorama, das man nur selten erblickt. Berge, Wüsten, Meere…
So wird ein Hund zu Legende. Die unglaublich rührende Geschichte endet mit der Errichtung einer Red Dog Bronzestatur in der Stadt Paraburdoo, ein Jahr nach dem Tod des Tieres.
Beim Hinausgehen steht allen noch im Geschicht geschrieben, was der Film bei ihnen bewirkt hat: Trauer einerseits, Belustigung andererseits, aber eins ist sicher: Der rote Hund wird nicht leicht zu vergessen sein.

Französisches Gymnasium, Berlin | Charlotte Franz | Klasse 10 AbiBac



Mach Mit