Am Rande der Gesellschaft
24.06.2010 in Beiträge Schuljahr 2009/2010 von JuS-Team
Obdachlose sind eine Minderheiten – doch gehören sie zu uns
Berlin. Wenn ich durch die Fußgängerzonen von Berlin laufe, sehe ich oft Menschen betteln, in der Hoffnung von mitleidigen Vorübergehenden etwas Geld zu erhalten. Dieser Anblick von diesen Menschen bewegt mich schon lange Zeit.
Wenn man bedenkt, dass es in unserem “reichen” Deutschland 860.000 Obdachlose gibt, darunter sogar auch viele Frauen ist das kaum fassbar!! Bei einer Autogrammstunde im Tierheim Falkenberg lernte ich den Schlagerstar Frank Zander kennen. Dieser sympathische Mensch und seine Familie setzen sich schon über viele Jahre und das ganze Jahr über für Obdachlose Menschen ein. In diesem Jahr lud er die Obdachlosen in das Hotel “Estrel” zum traditionellen Gänsebraten-Essen ein. Des Weiteren halfen ihm an diesem Tag viele Promis. Dann sind die Obdachlosen im Mittelpunkt und können dort ein paar schöne Stunden verleben. Mit meinem Vater habe ich diese Weihnachtsfeier besucht, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. So z.B. mit Lukas:
Anthonia Wendlandt: Wie alt sind Sie??
Lukas: Ich bin 54 Jahre alt!
Anthonia Wendlandt: Wie ist es dazu gekommen, dass Sie jetzt obdachlos sind??
Lukas: Eine Finanzkrise und eigene Unachtsamkeit hat mich in den Ruin getrieben.
Anthonia Wendlandt: Wo schlafen Sie so bei der Kälte??
Lukas: Ich habe noch Glück, weil ich einen guten Bekannten habe, bei dem ich unterkommen kann.
Anthonia Wendlandt: Vermissen Sie ihr altes Leben?
Lukas: Natürlich vermisse ich es!!!!! Früher konnte ich mir allen Luxus leisten und ich bin Mercedes gefahren, aber so ist der Lauf des Lebens.
Junge Leute sehen die Obdachlosigkeit weniger als Problem, sondern eher als Abenteuer. So wie der 20-jährige Jan. Ihm gefällt das Leben auf der Straße, ohne Zwang und Bevormundung der Eltern. Er will einfach nur Spaß haben ohne Pflichten zu erfüllen. Viel lieber will er mit seinen Kumpels von der Straße “abhängen”, also tun und lassen können, was er will. Ich stelle mir die Frage, ob Jan das mit der Zeit noch so gefallen wird?
Ich habe beobachtet, wie sehr gut gekleidete Menschen mit lachenden Blick und spöttischen Worten an einem bettelten Mädchen am Bahnhof Zoo vorbei gingen. Ich wurde traurig, denn niemand hat das Recht über solche Leute zu spotten. Das Schicksal könnte auch sie morgen treffen.
Natürlich würde es viel weniger oder gar keine Leute ohne Wohnung geben, wenn sie alle Arbeit und Lohn hätten.
Obdachlose sind eine Minderheit am Rande der Gesellschaft, doch sind sie ein Teil unserer Gesellschaft!! Sie sind Menschen wie du und ich. Über dieses Thema sollten insbesondere die Politiker nachdenken und viel mehr unternehmen.
Sartre-Gymnasium | Anthonia Wendlandt | Klasse 8.2

