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Uhu in Berlin

30.06.2010 in Beiträge Schuljahr 2009/2010 von JuS-Team


Die größte Eule der Welt wurde in Berlin gesichtet! Zum ersten Mal wurde der Uhu Ende Februar im Innenhof des Sankt Hedwigskrankenhaus gesichtet. Danach wurde er an verschiedenen Orten gesehen. Zuerst glaubten die Fachleute, es läge eine Verwechslung mit der etwas kleineren Waldohreule vor, die häufiger in Berlin anzutreffen ist. Anhand konkreter Fotos konnte eindeutig festgestellt werden, dass es sich um einen Uhu handelt.

Der Uhu ( Bubo Bubo) ist schon wegen seiner Größe nicht zu verwechseln. Er ist mit seiner Körpergröße von 60-80 cm doppelt so groß wie sein Verwandter die Waldohreule. Diese in Farbe und Gestalt dem Uhu ähnliche Eule wird maximal 40 cm groß und ist schlanker als der Uhu. Auch hat sie längere Flügel und längere Federbüschel an den Ohren. Wahrscheinlich ist es ein wilder Uhu – Experten hatten vermutet, dass er aus einem Gehege entwichen sein könnte – denn seine Blutigen Krallen deuten darauf hin, dass er sich eigenständig ernähren kann.

Uhus sind normalerweise Standorttreu. Der gesichtete Uhu weist keine Beringung auf. Es liegt nahe, dass es sich um ein Jungtier handelt, dass, nach dem es flügge geworden ist, von seinen Eltern vertrieben wurde und nun auf der Suche nach einem neuen Lebensraum ist. Es ist seit sehr vielen Jahren der erste Uhu der in Berlin in Freiheit gesichtet worden ist. Was einer Ornithologischen Sensation gleicht, ist in Wirklichkeit keine. Steht in den Bestimmungsbüchern zu lesen: „ liebt wilde Gebirgswälder, hält sich tagsüber verborgen“.

So sind doch seit cirka 10 Jahren Berichte über Uhus in Großstädten zunehmend. So brüteten in Hamburg 2008 sogar 4 Paare im Stadtgebiet. Auf dem Parkfriedhof Ohlsdorf konnten Spaziergänger Uhus aus nächster Nähe betrachten. Eine Schale auf einem Grabmahl diente den Uhus als Brutplatz. Es kamen so viele Schaulustige, dass die Polizei die Brutstätte weiträumig absperren musste.

Was bringt den Uhu in die Großstadt? Der Tisch ist reich gedeckt: Es gibt genügend Mäuse, Ratten und Kaninchen. Die Menschen freuen sich über die seltenen Gäste und es gibt viele neue Reviere für den Uhu zu besetzen. Berlin hätte die Chance, einen weiteren Vertreter einer bedrohten Art bei sich einzubürgern.

Quelle: Naturführer Deutschland und www. Eulenwelt.de

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