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Der Drache – legendär !?

30.06.2010 in Beiträge Schuljahr 2009/2010 von JuS-Team


Die Inszenierung des Drachens am Deutschen Theater (DT), die ca. 700-mal gespielt wurde, war legendär. Jetzt fragen Sie sich vielleicht wie dies gemeint ist, denn legendär kann ja viele Sachen bedeuten!?

Und das gleiche fragten wir, die 6c, auch. Also führten wir ein Interview mit Ursula Karusseit, die damals die Rolle der Elsa (eine der Hauptrollen) spielte. Wir fragten sie:

Klasse 6c: „Ihre Inszenierung des Drachen soll „legendär“ gewesen sein? Was ist damit gemeint? Was war damals das Besondere?“

Ursula Karusseit: „Ja, also, das war deswegen legendär, weil so eine Aufführung hat es z.B. nie wieder gegeben. Angefangen vom Bühnenbild, von der ganzen Geschichte, die wurde auch sehr politisch betrachtet, auch vom Publikum. Es gab so genannte Ventile. Wir konnten ja nicht alles sagen, was wir dachten. Und es wurde immer so ein kleines Ventil geöffnet. Z.B. wenn der Bürgermeistersohn kommt und sagt, ab jetzt ist es verboten, in den Himmel zu sehen. Und dann dürfen sie nicht mehr in den Himmel sehen, um den Kampf zu beobachten. Anschließend kommt aber ein Spiegelverkäufer über den Markt und verkauft Spiegel. Dann sehen alle den Kampf am Himmel durch den Spiegel. Solche Szenen waren in der DDR besonders, die wurden besonders betrachtet. Weil es war nicht irgendwas, das man da sah, man kauft einen Spiegel und kuckt… Das hatte schon wieder eine politische Dimension gehabt. Also wichtig war, dass das ein Märchen nicht nur für Kinder sondern auch für Erwachsene war. Da merkte man immer wieder, wie das Publikum da mitging.

Dann war das Bühnenbild ein ganz besonderes. Das wurde von dem Bühnenbildner Horst Sagert gemacht. Er hat selbst mit einer Spritzpistole immer die ganzen Spinnweben gemacht. Das war auch so etwas Besonderes. Legendär könnte man es auch noch bezeichnen, weil die Kostüme, die von ihm stammten, hat es so, in dieser Form nie wieder gegeben.

Dazu die technische Meisterschaft, die unsere Techniker gezeigt haben, denn der Drache wurde ja richtig vorgeführt. Die Türen sind aufgegangen, und dann sah man den Drachen mit seinen riesigen Armen. Da drin steckten jeweils Techniker und die vollführten diese Bewegungen, so dass man wirklich das Gefühl hatte, das ist was ganz, ganz Lebendiges auf der Bühne. Also ein Untier. Das sind erst mal die Sachen, die mir jetzt so einfallen. ”

Jetzt haben Sie ein Bild davon, warum die Inszenierung des Drachen legendär war. Und wenn Sie vielleicht mal in einem Theaterprogrammheft eine Vorstellung des Drachen sehen, können Sie sich ein Bild machen was da auf Sie zukommt, jedenfalls kein Kindermärchen!

Grundschule am Kollwitzplatz | Elias Geißler | Klasse 6c


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