Angst vor einem Wort
30.06.2010 in Beiträge Schuljahr 2009/2010 von JuS-Team
Jeder hat es schon einmal gehört, keiner will es erleben. Jeder fragt nach dem “warum”, keiner darf es tun. Amoklaufen: 1964, 1983, 1999, 2002, 2003, 2006 und 2009.
In jedem Jahr gab es einen Amoklauf an einer deutschen Schule. 2002 waren es zwei. An den Amoklauf von Winnenden könnt ihr euch bestimmt alle noch erinnern. Am 11.März 2009 erschoss ein 17-Jähriger Mann 15 Menschen. Sieben Jahre zuvor erschoss in Erfurt ein 19-jähriger Mann 17 Menschen.
Aber warum macht jemand so etwas Schlimmes? Da sich die Täter in beiden Fällen nach der schlimmen Tat selbst erschossen haben, können nur Vermutungen aufgestellt werden. Der Erfurter Amokläufer gab vor seiner Tat ein gefälschtes ärztliches Attest als Entschuldigung für zuvor gefehlte Tage ab. Deswegen wurde er der Schule verwiesen. Die Tat von Winnenden ereignete sich nur einen Tag nach einem Amoklauf in den USA. Möglicherweise war diese Tat ein Vorbild. Eine andere Variante ist, dass der Täter keine Möglichkeit sieht, Anerkennung zu bekommen. Er fühlt sich also ausgegrenzt oder vernachlässigt. Es kann aber auch sein, dass sich der Amokläufer so viel mit Gewalt beschäftigt, dass er diese im realen Leben umsetzten möchte. Oft brauchen die Täter jemanden, mit dem sie sprechen können. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als Beachtung, Rat oder Hilfe. Um dies zu bekommen können sie zu Schulpsychologen gehen. Schon das kann einen Amoklauf verhindern.
Aber was bedeutet es eigentlich, wenn ein Mensch Amok läuft? Man spricht von einem Amoklauf, wenn eine Person Tötungsversuche an mehreren Menschen begeht oder wenn der Amokläufer eine Person wegen ihrer Funktion zu töten versucht. Das Wort Amok stammt aus dem Malaiischen und bedeutet Wut. Viele Amokläufer haben Wut. Zum Beispiel auf den Mathelehrer, weil er ihnen eine schlechte Zensur in diesem Fach gegeben haben. Sie schieben die Schuld auf den Lehrer. Anstatt zu lernen, sagen die Betroffenen dass der Mathelehrer schuld ist. Sie denken, dass er nicht gut genug erklären kann. Dabei sollte man nachhaken, woran die schlechte Note lag. Dann kann man sich hinsetzten und nacharbeiten. Und manchmal denkt derjenige, wenn er es verstanden hat, das war aber einfach. Oder er holt sich Hilfe bei Mitschülern, geht zum Lehrer oder zur Nachhilfe. Er kann auch einfach die Eltern fragen.
Wichtig ist es, auf Zeichen zu achten. Wenn jemand über Selbstmord spricht, bekannte Gewalttäter verehrt oder Waffen sammelt, müsst ihr sofort einem Lehrer oder einer Lehrerin Bescheid sagen. Sie informieren dann die Eltern. Zusammen finden sie einen guten Weg mit demjenigen zu sprechen, ihm Hilfe zu geben und vielleicht einen Amoklauf zu verhindern.
Quellen: www.wasistwas.de, www.wikipedia.de, www.focus.de, Unfallkasse Berlin Amokdrohungen und zielgerichtete Gewalt an Schulen Erkennen und Verhindern
Grundschule am Kollwitzplatz | Lara Zachert | Klasse 6c

