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Liebling, bin ich zu dick?

22.06.2010 in Beiträge Schuljahr 2009/2010 von JuS-Team


Ist man zu dick, zu dünn oder genau richtig? – Das ist die Frage, mit der sich viele Deutsche tagtäglich beschäftigen. Jedoch ist den meisten gar nicht bewusst, wie es wirklich um uns steht.

Reportagen über Fettleibigkeit gibt es viele, aber klären sie einen auch über die Realität auf? „So schlimm wie die Amis sind wir doch lange nicht“, ist die häufigste Reaktion in unserem Land. Doch das das schon lange nicht mehr stimmt, wissen die meisten Deutschen gar nicht, oder es interessiert sie nicht. Laut einer Studie der Internationalen Assocation of Obesity ist der Anteil der Übergewichtigen in keinem EU-Land so groß wie in Deutschland. Hat man früher lediglich von einem Trend zu „amerikanischen Verhältnissen“ gesprochen, so sind diese laut der Studie heute schon erreicht.

Ebenso ergibt sich aus der Studie, dass drei von vier deutschen Männern übergewichtig oder adipös sind, d.h., unter Fettsucht leiden. Bei den Frauen sieht es sehr ähnlich aus. Etwa 50% leiden unter Fettleibigkeit. Damit belegt Deutschland europaweit den 1. Platz. Woran liegt das?

Übergewicht und Adipositas entstehen, wenn mit der Nahrung mehr Energie aufgenommen wird als durch körperliche Aktivität abgebaut werden kann. Meist fängt die Aufnahme von zuviel Zucker und Fett schon im Kindesalter an, indem zu viele Süßigkeiten, Fast Food etc konsumiert werden. Weiterhin verbringt ein Großteil der Kinder immer mehr Zeit vor dem Fernseher und Computer. Selten betätigen sie sich sportlich. Somit kann der Körper den zu hohen Zucker- und Fettgehalt nicht abbauen. Neuere Studien belegen, dass 10-20 % aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland an Übergewicht leiden, bei 7-8 % liegt bereits eine Adipositas vor. 85 % der fettleibigen Kinder haben auch als Erwachsene mit dem Übergewicht zu kämpfen. Dabei sollte man bedenken, dass Pfunde nicht durch Gene beeinflusst werden, sondern vor allem durch eine falsche Ernährung. Ein wichtiger Grund hierfür ist die soziale Herkunft. Je weniger Einkommen und Bildung beim Einzelnen vorhanden sind, desto weniger wird er auf seine Ernährung achten. Es wird eingekauft, was preiswert ist, wenig Arbeit bei der Zubereitung macht und „schmeckt“.

Der „Tagesspiegel“ hat bereits gemahnt, dass Fettleibigkeit nicht nur jedem einzelnen schadet, sondern der gesamten Bevölkerung. Die durch Übergewicht entstehenden Erkrankungen verursachen in Deutschland Kosten zwischen zehn und zwanzig Milliarden Euro pro Jahr. Fettleibigkeit sollte somit für alle ein wichtiges Thema sein. Jeder sollte sein Ess- und Ernährungsverhalten überdenken und entsprechend verändern. Mit Willenskraft, gesunder Ernährung und etwas Sport kann Deutschland wieder schlank werden.

Gabriele-von-Bülow-Gymnasium | Manon Bartholomé | Klasse 10 c


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