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Mein bester Freund – der Computer

22.06.2010 in Beiträge Schuljahr 2009/2010 von JuS-Team


„Der Computer ist nicht überlebenswichtig für mich. Was ist das auch für eine Frage?“, antwortet mir die 16jährige Schülerin Romy auf die Frage, wie wichtig ihr der Computer sei. Uns Schülern mag die Frage vielleicht merkwürdig vorkommen, doch sie wird immer häufiger von besorgten Eltern gestellt. „Wir sehen uns kaum noch! Das Einzige, wofür du dich noch interessierst, ist dein Computer!“, ist eine der Standardfloskeln in durchschnittlichen Familien. Aber gibt es wirklich einen Grund, sich Sorgen zu machen, oder sind die regelmäßigen Berichte im Fernsehen über das neue Motto der jungen Generation „Mein bester Freund – der Computer“ nur unnötige Panikmacherei?

Kommunikation ist hier das Stichwort, denn der Reiz des Computers geht für uns heutzutage nicht mehr nur von Spielen und Musik aus, sondern hauptsächlich vom Internet. Auf YouTube die neuesten Videos ansehen und dabei über MSN mit den Freunden chatten ist in meiner Generation alltäglich. Die Variation der Internetplattformen geht von Facebook über Schüler-VZ bis MySpace. Im Grunde genommen bieten sie alle das Gleiche: Man kann seine Fotos und Videos einstellen, man kann sich Nachrichten schreiben und in Gruppen eintreten. Diese heißen dann „Scheiß auf Schule, ich werd´ Pokemontrainer!“ oder „Wer andern eine Bratwurst brät, der hat ein Bratwurstbratgerät.“ Man unterhält sich über alles und nichts, sie sind die Straßenecken reloaded, denn heute wird nur noch selten auf der Straße und immer öfter im Internet rumgelungert.

Sind die Sorgen über unsere geistige Verfassung nun berechtigt? Natürlich klingen die oben genannten Gruppennamen nicht nach außerschulischer Weiterbildung, aber diesen Eindruck haben die Aktivitäten, die unsere Eltern in ihrer Jugendzeit unternahmen, sicher auch nicht gemacht. Man kann die Entwicklung nicht aufhalten, und unsere Generation wird unabwendbar, ob heute oder später, mit dem Internet zu tun bekommen. Es ist ganz natürlich, dass wir uns unsere eigene Art der Kommunikation suchen. Wenn wir uns schon nicht mehr in Sachen Kleidung oder Musik unseren eigenen Stil bilden können, müssen wir uns von anderen Generationen abheben, indem wir anders kommunizieren. Die Panik, die manche Eltern aufgrund des Internet-Suchtpotenzials haben, mag nicht unbegründet sein, aber der Großteil von uns weiß, wo die Grenzen liegen. Der Computernerd, der die Familie vernachlässigt und nur noch mit seinen Cyberfreunden per Internet chattet, sich Tiefkühlpizza mit auf sein Zimmer nimmt und bis zum Umfallen surft, ist ein abschreckendes Bild von Jugendlichen, das von manchen Medien gern aufgegriffen und ausgeschmückt wird. Es gibt immer abschreckende Beispiele. Es gibt immer Extremfälle. Aber man sollte sprichwörtlich „die Kirche im Dorf lassen“ und jeder Generation auch ihre Eigenarten.

Schließlich treffen sich die meisten regelmäßig von uns auch von Angesicht zu Angesicht – zum Lachen, Reden – und zum Surfen …

Gabriele-von-Bülow-Gymnasium | Ilvy Leitner | Klasse 10b


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