Flashmob oder Oase?
22.06.2010 in Beiträge Schuljahr 2009/2010 von JuS-Team
Im vergangenen Monat wurde die Polizei an den Wochenenden immer häufiger zum Berliner Mauerpark gerufen. Dort feierten weit mehr als 1000 Jugendliche Partys, es wurden riesige Feuer entfacht und Feuerwerkskörper gezündet sowie Alkohol konsumiert. Anwohner hatten sich über Lärmbelästigung beschwert. Dabei galt der Mauerpark bisher als eine ruhige Gegend, in der man auch als Großstadtbewohner mal Abstand gewinnen konnte. Wie ist diese Veränderung zu erklären?
Seinen Namen verdankt der Mauerpark der 1961 errichteten Berliner Mauer. Diese markierte zur Zeit der deutschen Teilung die Grenze zwischen den Bezirken Wedding im Westen und Prenzlauer Berg im Osten. Seit der Öffnung der Mauer im Jahr 1989 ist dort eine gutbesuchte Grünfläche entstanden, an der man sich erholen kann. Man kann dort so gut wie alles vorfinden, was man sich unter Entspannung vorstellt: ein Basketballkorb steht im Zentrum des Parks auf Betonboden, es wird Fußball gespielt, Frisbees segeln durch die Luft, Menschen liegen auf der Wiese und sonnen sich.
Über verschiedene soziale Netzwerke wurden im April Feiern im Mauerpark angekündigt. So wurde auch am 9. April kräftig gefeiert. Es kam zu verschiedenen Straftaten, darunter Sachbeschädigung, Raub und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Rund 100 Polizisten waren an diesem Abend im Einsatz. Als sich die Lage entspannt hatte, forderten die Beamten die noch anwesenden Jugendlichen gegen 23:30 Uhr auf, das Gelände zu räumen. Ein Beamter war bei dem Einsatz verletzt worden.
Vielen der dort feiernden Jugendlichen würde wohl in keinem der Szenecocktailbars im Prenzlauer Berg Alkohol serviert. Vermutlich, weil sie noch zu jung sind. Der Mauerpark jedoch bietet eine nahezu ideale Gegend für sie. Unter freiem Himmel macht kein Dresscode oder Türsteher den Jugendlichen das Leben schwer. Hier haben auch diese die Möglichkeit, Alkohol zu trinken.
Wie es nun mit dem Mauerpark weitergeht, ist noch unklar. Ob zum Beispiel Ausweiskontrollen eingeführt werden, steht noch nicht fest. Fakt ist jedoch, dass der Mauerpark von einem Ort gutgelaunter Atmosphäre zu einem Spielplatz für Teenager geworden ist.
Gabriele-von-Bülow-Gymnasium | Ramon Stähr | Klasse 10b

