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Scheinintegrierte Familien?

21.06.2010 in Beiträge Schuljahr 2009/2010 von JuS-Team


Der Fall der „verkauften Braut“ Jasmin Ü. aus Berlin (Name geändert) bewegt die Hauptstadt. Zwangsehen sind kein Einzelfall mehr in diesem Land, jedoch wird daraus zumeist eher ein Geheimnis gemacht. Niemand will Stellung zu den Vorwürfen nehmen, das Mädchen wäre gegen ihren Willen verheiratet worden. Doch wer steht hinter „der Braut“? Hat ihr Ehemann sie wirklich geschlagen, oder war der Druck, den ihre Familie auf sie ausübte, maßgeblich für ihre Hochzeit?

Aus ihrem Umfeld wurde die Familie der „Braut“ als integriert bezeichnet. Ihr Vater arbeitet bei der Feuerwehr und einer ihrer Brüder bei der Polizei. So ist der eigentliche Skandal der Unterschied zwischen Schein und Sein. Das inzwischen 15-jährige Mädchen ist heute hochschwanger und lebt wieder bei ihren Eltern. Dennoch scheint sie sich auch dort nicht wohlzufühlen. Erneute Misshandlungen durch den Vater sind nicht von der Hand zu weisen. Auch auf Seiten des Ehemannes herrscht Krisenstimmung. Bei der Eheschließung nach islamischem Recht wurde ein „Brautgeld“ von 15.500 Euro ausgetauscht. Heute streiten sich die Familien in einem Zivilprozess vor dem Amtsgericht über den Verbleib der hohen Geldsumme und vor dem Familiengericht um das Sorgerecht für das ungeborene Kind.
Spekulationen über das kritische Verhältnis des Mädchens zu ihrer Familie und der ihres „Mannes“ gibt es viele. Fakt ist, dass Jasmin nach der bevorstehenden Geburt ihres Sohnes besser in eine Fraueneinrichtung ziehen sollte, fernab von Intrigen und Zwangsehen, damit ihr Kind eine schöne Kindheit in Freiheit verleben kann.

Gabriele-von-Bülow-Gymnasium | Sandra Sorgatz | Klasse 10a


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