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Gestanden: Die Hackbraten-Affäre

10.10.2011 in Freizeit, Gefühle, Spaß, Spreewild, Weiteres, Zwischendurch, Überleben von spreewildpraktikant


hack

Die Freunde hackten auf ihr herum, und so verstrickte sich Vicki in die Hackbratenaffäre. Gegartes sollte aus ihrer Röhre kommen, doch bisher hat sie nichts zu bieten als heiße Luft und Lügen, Lügen, Lügen. Foto: Raufeld/ Yvonne Vavra


von Vicki Kormesch, 22 Jahre


Vor einigen Jahren habe ich in Holland mit Freunden Urlaub gemacht. Jeden Abend hat einer von uns für die Gruppe gekocht – alle außer mir. Ich gab an, dass das an dem übermässig hohen Kriechtieraufkommen im Haus lag, das mich fast zum Nervenzusammenbruch trieb.


Noch Monate nach dem Urlaub wurde auf mir herumgehackt. Meine Freunde nannten mich einen Simulanten und schimpften mich Küchenversager. Also versprach ich eines traurigen Tages, alle einmal zum Hackbratenessen einzuladen. Ich erzählte von meinen vielen köstlichen Hackbraten aus der Vergangenheit, schwärmte, dass ich ihn würzig und lecker und genau richtig hinbekommen würde.


Blöd ist nur, dass ich jetzt andauernd gefragt werde, wann ich endlich kochen würde. Das nervt. Ich erfinde ständig neue Ausreden und bin sogar zwischenzeitlich Vegetarierin geworden, um die Sache nicht auffliegen zu lassen. Und wieso? Weil ich natürlich nichts von Hackbraten verstehe. Rein gar nichts. Das heißt, ich kann bestimmt einen ganz ausgezeichneten Hackbraten zubereiten, aber ich habe keinen Beweis, denn ich habe noch nie einen gemacht. Wenn meine Freunde das erfahren, verspotten sie mich. Aber ich kann nicht länger mit der Lüge leben, jetzt ist es raus: Ich bin eine Hackbratenbetrügerin!


An alle, die es angeht: Bitte haben Sie Nachsicht mit den hier Geständigen. Sie wurden von redaktioneller Seite mit Nachdruck aufgefordert, Lug und Betrug einzuräumen. Ihr Mut verdient eine ihnen gewogene Haltung bei der Aussprache.

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