Man muss viel Freizeit aufgeben
15.01.2010 in Basketball, Helden, Schul-Cup von jugendredaktion
Vor nicht langer Zeit war Oliver Clay selbst noch ein Basketball spielender Schüler aus Berlin. Heute ist er Profispieler bei ALBA BERLIN. Hier verrät er sein Erfolgsgeheimnis
Oliver Clay hat in den vergangenen Jahren eine steile Karriere aufs Parkett gelegt: Der 21-jährige Berliner trainierte seit 2006 beim TuS Lichterfelde und spielte dort so gut, dass er eine Nominierung für das U20-Nationalteam erhielt. Nun ist er ganz frisch bei ALBA BERLIN unter Vertrag und ist als 2,05 Meter großer Spieler für die Korbarbeit zuständig. Schülerreporter Vivian Yurdakul wollte von ihm wissen, wie man es in so kurzer Zeit vom Nachwuchsspieler zum Profi schafft.
Vivian Yurdakul:Oliver, du bist erst 21 Jahre alt und spielst schon in der Basketball Bundesliga (BBL). Was ist dein Erfolgsgeheimnis?
Oliver Clay: Ich habe schon sehr früh angefangen, Basketball zu spielen: mit acht Jahren. Jüngere durften damals noch gar nicht in einen Basketballverein eintreten. Aber auch vorher hatte ich schon Sport getrieben, Judo gemacht und Fußball gespielt. Und ich hatte Glück mit meinem Verein, dem TuS Lichterfelde, denn die haben dort sehr gute Jugendarbeit gemacht.
Vivian: Wann hast du festgestellt, dass du Basketball-Profi werden willst?
Oliver: Neben dem regulären Training fahren die Berliner Basketballvereine mit ihren Jugendmannschaften regelmäßig zu so genannten Sichtungsturnieren, bei denen Talentsucher der großen Vereine auf den Tribünen sitzen und zuschauen. Dort habe ich mit und gegen Leute gespielt, die teilweise schon Geld fürs Spielen bekamen. Da dachte ich: Das kannst du auch! Und als ich dann tatsächlich von einem Talentsucher angesprochen wurde, war die Sache für mich klar.
Vivian: Als du angefangen hast, Basketball als Leistungssport zu betreiben, bist du noch zur Schule gegangen. Du musstest alles unter einen Hut bringen – was haben deine Eltern davon gehalten, dass du dich so sehr auf den Sport konzentriert hast?
Oliver: Ich hatte Glück, denn meine Eltern waren begeistert und haben mir sehr viel Rückhalt gegeben. Auch die Lehrer an dem Sportgymnasium, an dem ich war, hatten Verständnis für meine Doppelbelastung. Natürlich bleibt es trotz allem ein harter Alltag: Man muss bereit sein, sechs Tage in der Woche zu trainieren und sehr viel von seiner Freizeit aufzugeben. Besonders in der Pubertät war es wichtig, dass mir meine Eltern ab und zu in den Hintern getreten haben, wenn ich einmal nicht so viel Bock aufs Training hatte.
Vivian: Du hast es gerade in die Profiliga geschafft, was möchtest du als nächstes erreichen?
Oliver: Zunächst einmal möchte ich mich natürlich fest in der BBL etablieren und ein starker Spieler für ALBA BERLIN sein. Daneben mache ich auch eine Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann, um später eventuell ein zweites Standbein zu haben. Man weiß schließlich nie, was kommt. Aber mein Ziel ist es, irgendwann als gestandener Spieler auf europäischer Ebene zu spielen.

















